„Ich habe mich völlig zuhause gefühlt!“

„Ich habe mich völlig zuhause gefühlt!“

Was bedeutet erfolgreiche interkulturelle Kommunikation? In welcher Form findet sie statt, wenn zwei Menschen nicht dieselben Sprachen beherrschen? Wie können diese Menschen sich gegenseitig verständigen, ihre Gefühle und Ideen äußern und sich näher kommen? Als Doktorandin im Bereich Interkulturelle Germanistik bedenke ich seit Jahren solche Fragen in meiner Forschung.

Aber an einem Samstag im Oktober 2016 in Theaterhaus Berlin Mitte habe ich die Antwort nicht nur erforscht, sondern auch miterlebt.

Impro-Theater zur Förderung interkultureller Kommunikation

Die Dramaturgin und Regisseurin Vicky Zhamakochyan hat an diesem Tag einen wunderbaren Impro-Theater Workshop geleitet, in dem Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte durch Theaterspiele in Kontakt kommen durften. Für die meisten Spiele war Sprache überflüssig, oder eher gesagt, waren Körperhaltung, Gesten und Gesichtsausdrücke die lingua franca.

Ich als Amerikanerin, damals selbst erst seit anderthalb Monaten im Lande und dabei mein neues Leben zu organisieren, hatte seit Wochen nicht mehr so viel gelacht. Ich habe mich völlig zu Hause gefühlt. So haben eigentlich alle wie Kinder gekichert, als die eine Person sich als Königin und die andere sich als ihren Hofnarren darstellte. Als ein Mann aus Syrien und eine Frau aus Deutschland Fremdlinge aus dem Weltall spielten und lernen wollten, welchen Zweck ein Staubsauger erfüllt. Als jeder in seiner eigenen Schrittart durch den Raum lief, bis wir schrittweise einander nachahmten und ein Chor der Schritte zu hören war.

Immer bereit sein, die Richtung zu wechseln

Interkulturelle Kommunikation ist selbst eine Art Improvisation. Man muss offen bleiben, genau zuhören, und immer bereit sein, falls das Gespräch in eine andere Richtung geht, als geplant. Natürlich spielt Theater als Kunstform verschiedene Rollen in jeder Kultur. Jedoch hat es eine Gemeinsamkeit überall, und zwar, dass Theater das Menschsein jedes Menschen offenbart: egal aus welchem Ort wir kommen, welche Sprachen wir sprechen oder welche Bräuche und Sitten wir praktizieren: Wir wollen alle verstanden, respektiert und geschätzt werden.

Gelegenheit verstanden und respektiert zu werden – Kulturbuddys Berlin

Das Projekt “Kulturbuddys” der youngcaritas Berlin gibt jedem diese Gelegenheit. Außerdem hat man echt viel Spaß dabei.
Seit über einem Jahr treffen sich die „Kulturbuddys“ – eine Gruppe junger Menschen zwischen 18 – 29 Jahren – mit und ohne Fluchthintergrund – in regelmäßigen Abständen (alle zwei Wochen) und unternehmen gemeinsam kulturelle Aktivitäten in Berlin und Umgebung.

Das Ziel ist es so ehrenamtliches Engagement junger Menschen zu fördern und eine Willkommenskultur mit nachhaltiger Integration für die Neu-Berliner*innen zu etablieren, gegründet worden.

Autorin: Didem Uca

Wer Lust hat, auch einen Workshop zu Impro-Theater zu organisieren, findet hier die Anleitung: How to… Impro-Theater

Stühle der Toleranz

Stühle der Toleranz

Früher war das Sitzen auf Stühlen besonderen Personen wie Königen und Herrschern vorbehalten, heute ist es ein Zeichen von Gastfreundschaft jemandem einen Platz anzubieten. Der Stuhl ist ein Symbol dafür, das Gegenüber zu beteiligen, mit in eine Gruppe zu integrieren oder Schwächeren seine Hilfe anzubieten und einen Platz frei zu machen.

Bei der Aktion geht es darum mehr Toleranz im Miteinander unserer Gesellschaft einzufordern. Dabei ist es ganz egal, ob man ein konkretes persönliches Anliegen vertritt oder sich für eine besondere Gruppe, die mehr Toleranz verdient, einsetzen möchte.

Und ein Upcycling-Projekt ist es auch noch! Die Jugendlichen haben 60 alte Stühle neu gestaltet, in einer Aktion auf der Straße aufgebaut und damit ein Zeichen für mehr Toleranz gesetzt. Die Stühle stehen jetzt ein Jahr lang bei Stuhlpaten wie Banken, Geschäften usw.

Ausführliche Berichte über die Aktion findet ihr auf caritas-arnsberg.de und in einem Artikel der Westfalenpost.

 

Portraits junger Geflüchteter

Portraits junger Geflüchteter

youngcaritas Krefeld organisierte ein Projekt, bei dem junge Geflüchtete ihr Leben und ihre Flucht portraitieren konnten. Die Teilnehmer*innen und ihre Geschichten wurden auf zwei verschiedene Arten dargestellt: Die Jugendlichen bekamen die Möglichkeit, sich selbst durch Malen und in einem Film zu porträtieren. Entstanden sind wundervolle Bilder sowie ein Film, der die tolle Atmosphäre in der Gruppe festgehalten hat. Neben dem Portrait der Teilnehmer*innen ist so auch ein Portrait der Gruppe im Ganzen entstanden.