Netz gegen Nazis

Netz gegen Nazis

„Mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ ist das Motto von Netz gegen Nazis, dem Internetbündnis der Amadeu Antonio Stiftung.

Ob Beiträge zu den Organisationsstrukturen rechter Gruppen, nationalsozialistischer Symbolik oder Vernetzung im Internet – auf der Seite werden umfangreiche und aktuelle Informationen zu allen Fragen rund um das Thema Rechtsextremismus bereitgestellt. Auch ganz konkrete Fragen werden beantwortet, z. B. „Wie reagiere ich, wenn ein Kollege rassistische Witze macht?“

In einer täglichen Presseschau findet sich außerdem eine Sammlung aller Meldungen zur Thematik. Möglichkeiten des Engagements, Beratungsangebote und Artikel zu Protestaktionen sind in der Rubrik Handeln zusammengefasst.

Die Stiftung

Wer ein eigenes Projekt gegen Menschenfeindlichkeit plant und dabei finanzielle oder fachliche Unterstützung braucht, kann sich an die Amadeu Antonio Stiftung wenden. Das Ziel der Stiftung ist es, Menschen zu ermutigen, sich in einer aktiven Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einzusetzen.

 

Weil Hasskommentare schlechte Laune machen

Weil Hasskommentare schlechte Laune machen

Er begegnet uns überall – auf der Straße, am Stammtisch, auf Wahlplakaten, im Internet: der Hass. Und immer mit dabei: die Parolen.

Menschen aus anderen Ländern, mit einer anderen Religion oder einfach mit einem anderem Aussehen müssen sich immer wieder rassistische Äußerungen anhören  – und diejenigen, die es mitbekommen, trauen sich oft nicht, etwas zu sagen. Weil es nicht einfach ist, sich mit wütenden Menschen auseinanderzusetzen und weil manchmal einfach die Argumente fehlen. Das muss aber nicht so bleiben!

8 Tipps für Zivilcourage

Was man in so einer Situation tun kann, ist in einem Beitrag auf caritas.de in 8 Tipps zusammengefasst: Was tun, wenn andere hetzen? Das Video dazu findet Ihr unten.

Netz gegen Nazis

Die Seite Netz gegen Nazis sammelt verschiedene Beiträge zu dem Thema in der Rubrik Argumente. Wie man ganz konkret mit rechtspopulistischen Gesprächsstrategien umgeht, ist außerdem in einer Übersicht zusammengestellt. Wer mehr über die Plattform wissen will, kann hier auf Taten wirken! weiterlesen: Netz gegen Nazis

No Hate Speech Movement

Besonders im Internet verbreiten sich Hasskommentare schnell und sind sehr präsent. Das Netzwerk No Hate Speech Movement will das ändern: „Je mehr sich laut und freundlich gegen die Hater*innen wehren, desto weniger Chancen haben sie, ihre Botschaften zu streuen.“ Deshalb engagieren sich schon viele Menschen nicht nur in Deutschland mit Mut und Solidarität. Witzige Videos mit ernstem Hintergrund findet Ihr bei YouTube: No Hate Speech Movement

#ichbinhier

Ganz ähnlich funktioniert die Facebook-Gruppe #ichbinhier. Mit Counterspeech schalten siche die Mitglieder in Diskussionen ein und schreiben sachliche Kommentare gegen Hetze.

Das letzte Wort behalten

Julia Schramm ist selbst schon oft zur Zielscheibe von Hassnachrichten geworden. Wie sie sich dagegen mit Freundlichkeit und Hartnäckigkeit wehrt, beschreibt sie in diesem Artikel: Was passierte, als ich alle Hass-Mails beantwortete

 

Gemeinsam den Mund aufmachen gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und Hetze – dann hat der Hass keine Chance!

100% Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus

100% Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus

Weil Rassismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben sollte, gibt es vom 13. –  26. März auch in ganz Deutschland viele Aktionen und Veranstaltungen bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus. In Freiburg zum Beispiel kann man in diesen zwei Wochen von der Vernissage „Blackbox Abschiebungen“ über einen Workshop zu Hatespeech oder einer interreligiösen Stadtrallye bis zu einem Kinoabend mit dem Film „Ladder to Damascus“ bei tollen Aktionen mitmachen. In Stuttgart wiederum stehen die Wochen unter dem Thema „Heimat“, es gibt Argumentationstrainings, einen Fachtag, Ausstellungen und vieles mehr. Hier auf Taten wirken! findet ihr übrigens auch schon Aktionen gegen Hatespeech und für Toleranz.

Aber warum gibt es eigentlich die Internationalen Wochen gegen Rassismus?

Das Sharpeville-Massaker

21. März 1960: In Südafrika herrscht die Apartheid, das weiße Regime hat neue Passgesetze verabschiedet – die schwarze Bevölkerung soll möglichst in den für sie vorgesehenen Homelands bleiben, aber weiterhin arbeiten. Um sich gegen die immer stärker werdende Diskriminierung zu wehren, ruft der Pan African Congress (PAC) zu gewaltfreien Demonstrationen auf. 5.000-7.000 Menschen protestieren friedlich vor einer Polizeistation in Sharpeville. Ein Steinwurf lässt die Situation eskalieren, Polizisten schießen mit Maschinengewehren in die Menge. Dabei werden 69 Menschen getötet, darunter zehn Kinder und mindestens 180 Menschen teils schwer verletzt.

Die Apartheid in Südafrika wird 1994 mit Nelson Mandela endlich abgeschafft und die neue Verfassung ist sehr freiheitlich. Aber Rassismus begegnet man auch 23 Jahre später leider immer noch: Wenn die schwarze Haushälterin mit drei Personen in einem Raum in der Garage lebt oder wenn das schwarze Kindermädchen immer einige Schritte hinter der weißen Familie hergeht.

Rassismus fängt im Kopf an

Vorurteile und Diskriminierung gibt es aber nicht nur in Südafrika. Eigentlich überall, wo verschiedene Kulturen aufeinander treffen, findet man Stereotype und Ausgrenzung.  Denn Rassismus ist nicht nur individuell, sondern eine soziale Praxis. Die Konstruktion von einheitlichen Gruppen, denen bestimmte Merkmale und Eigenschaften zugeschrieben werden und sie abwertet, verleiht anderen Macht. Rassismus wird so zu einer einfachen Methode, Privilegien zu festigen und die eigene Gruppe aufzuwerten.

Leider ist auch Deutschland nicht frei von Rassismus. Im Gegenteil: Seit so viele Geflüchtete zu uns kommen, steigt die Ablehnung gegenüber Menschen anderer Kulturen, Religionen, Hautfarben. In einer aktuellen Studie der Uni Leipzig zeigt sich, dass sich beispielsweise jede*r Zweite „wie ein Fremder im eigenen Land“ fühlt oder 40% Muslim*innen die Zuwanderung untersagen möchte. Das sind erschreckende Zahlen, die bedeuten, dass Rassismus in einem großen Teil unserer Gesellschaft verbreitet ist. So werden viele Menschen in ihrer Würde verletzt, und das nur weil sie anders aussehen oder etwas anderes glauben als die Mehrheit der Bevölkerung.

Um das nicht zu vergessen erklärten  die Vereinten Nationen 1966 den 21. März zum Gedenktag an das Sharpeville-Massaker, der seither der Internationale Tag gegen Rassismus ist. Später wurde der Tag durch die internationalen Aktionswochen ergänzt.

Also schaut doch mal, was es in eurer Stadt gibt und macht mit bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus!

Weil Vielfalt bereichert und Toleranz zu einem guten Miteinander dazugehört – 100% Menschenwürde!