Nerven behalten, Zukunft gestalten!

Nerven behalten, Zukunft gestalten!

Ein Zeichen setzen für Toleranz und ein gutes Miteinander in der Gesellschaft – das wollte youngcaritas Moers-Xanten. Deshalb starteten die Engagierten am 12.05.2017 eine Aktion zur Landtagswahl in NRW unter dem Motto „Nerven behalten, Zukunft gestalten“.

Dabei sprachen sie Klartext gegen Vorurteile und traten in der Innenstadt von Moers in den Dialog mit Passant*innen. Aufgefordert von Sprüchen wie z. B. „Mein rechter, rechter Platz  bleibt leer…“ oder „Nicht mein Bier…“, die auf Bierdeckeln verteilt wurden, ergaben sich viele interessante Gespräche. Hier stellte sich schnell heraus, dass der überwiegende Teil der Menschen eine offene Gesellschaft gut findet.

Nerven behalten, Zukunft gestalten!Für weitere Aufmerksamkeit sorgte der Beatboxprofi Carlos Howard: Mit seinem musikalischen Können schaffte er es tatsächlich,  Leute zum Tanzen zu animieren. Die Zusammenarbeit mit dem Beatboxer kam im Zuge eines Projektes in der offenen Jugendeinrichtung „DieBox“ des Caritasverbandes Moers-Xanten zustande.

Das Wetter an diesem Freitagmittag spielte gut mit, nur leider waren youngcaritas und Carlos Howard einigen wenigen zu laut. Somit endete die Veranstaltung früher als geplant. So tolerant sind dann doch nicht alle…

sprich.los – Klartext gegen Vorurteile

sprich.los – Klartext gegen Vorurteile

Mutig Klartext sprechen ist nicht so einfach, besonders wenn man mit platten Parolen und Vorurteilen konfrontiert wird. In der Diskussion um das Thema Flucht und Migration sind vor allem die lauten Stimmen der Populisten zu hören, während es den anderen die Sprache verschlägt. Sachliche Argumente und belegte Fakten kommen da häufiger mal unter die Räder. Doch wer schweigt, erweckt den Eindruck von Zustimmung. Darum ist das Motto von youngcaritas vor der Bundestagswahl: „sprich.los – Klartext gegen Vorurteile“

Wir wollen tolerante Menschen bestätigen und ermutigen, Vorurteile nicht einfach so im Raum stehen zu lassen, sondern sich zu Wort zu melden. Dazu haben die youngcaritas-Akteure gemeinsam Materialien und Veranstaltungsideen erarbeitet. Ziel ist es, sich mit anderen auszutauschen, denen es ähnlich geht, wie einem selbst, Argumentationsmuster kennenzulernen und schon mal zu üben, was man denn so antworten könnte. sprich.los statt sprachlos!

Materialien

Joker-Karten – Argumente gegen gängige Sprüchesprich.los

Bekommst du auch manchmal Aussagen zu hören, die dich sprachlos machen? Du denkst: „Das kann ich nicht so stehen lassen!“ und gleichzeitig fehlen dsprich.losir die Worte. Da wäre es gut, einen Joker zücken zu können, der einem gute Argumente zum Thema Flucht und Asyl liefert. Für 32 Aussagen haben wir Daten und Fakten gesammelt, die helfen sollen, Vorurteile zu entkräften und mit Argumenten Klartext zu sprechen.

  • 32 inhaltliche Karten mit Vorurteilen und Argumenten
  • Postkartengröße 10×15 cm mit abgerundeten Ecken

Das Quellenverzeichnis zu den Karten findet Ihr hier: Quellen

 

„Nicht mein Bier …?“ – Bierdeckel zum Lossprechensprich.los

  • Orignial Kneipenbierdeckel (Quadratisch 12 x 12 cm)
  • Vier unterschiedliche Motive: Hingucker auf der Vorderseite, Auflösung auf der Rückseite

 

 

 

 

„Öffne sprich.losDich“ – Flaschenöffner für ein offenes Miteinander

  •  Holzgriff, Aufdruck: „Öffne Dich www.taten-wirken.de“

 

 

 

 

Das Material könnt Ihr hier über den CariKauf bestellen!

Aktionsideen

Wenn es um Parolen geht, hat man direkt das Bild eines Stammtischgespräches vor Augen (und in den Ohren 😉 ).sprich.los
Kneipen bieten sich als Veranstaltungsort an, hier wird Tacheles geredet. Die Veranstaltung kann ganz unterschiedlich laufen: Von Argumentationstrainigs mit externen Referent*innen, perönlichem Erfahrungs-Austausch von Interessierten bis zur Lesung von Hasskommentaren.
Wer lieber spontan unterwegs ist und mit Menschen ins Gespräch kommen will, kann eine Kneipentour organisieren: Einfach mit ein paar Leuten losziehen, die Materialien in Kneipen verteilen und vielleicht sogar sich mit zu Leuten an den Stammtisch setzen.
Einen eigenen Stammtisch ins Leben zu rufen, ist natürlich auch eine Idee. Während des Semesters geht das zum Beispiel gut mit Student*innen und anderen jungen Erwachsenen von 20-29 Jahren.

Argumentationstrainings können auch außerhalb von Kneipen in ganztägigen Workshops angeboten werden. Dabei bekommen Interessierte Infos und Tipps für Diskussionen. Solche Trainings bieten sich auch für den Schulunterricht an, wenn die Inhalte an die Zielgruppe angepasst werden.

In einigen Orten gab es schon Aktionen zu dem Thema:

Netz gegen Nazis

Netz gegen Nazis

„Mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ ist das Motto von Netz gegen Nazis, dem Internetbündnis der Amadeu Antonio Stiftung.

Ob Beiträge zu den Organisationsstrukturen rechter Gruppen, nationalsozialistischer Symbolik oder Vernetzung im Internet – auf der Seite werden umfangreiche und aktuelle Informationen zu allen Fragen rund um das Thema Rechtsextremismus bereitgestellt. Auch ganz konkrete Fragen werden beantwortet, z. B. „Wie reagiere ich, wenn ein Kollege rassistische Witze macht?“

In einer täglichen Presseschau findet sich außerdem eine Sammlung aller Meldungen zur Thematik. Möglichkeiten des Engagements, Beratungsangebote und Artikel zu Protestaktionen sind in der Rubrik Handeln zusammengefasst.

Die Stiftung

Wer ein eigenes Projekt gegen Menschenfeindlichkeit plant und dabei finanzielle oder fachliche Unterstützung braucht, kann sich an die Amadeu Antonio Stiftung wenden. Das Ziel der Stiftung ist es, Menschen zu ermutigen, sich in einer aktiven Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einzusetzen.

 

Sach wat! Tacheles für Toleranz

Sach wat! Tacheles für Toleranz

Menschlichkeit braucht Mut – in letzter Zeit haben viele Geflüchtete hier eine neue Heimat gefunden,  dank der zahlreichen aufgeschlossenen und toleranten Menschen in Deutschland.

Diese sehen sich leider häufig mit fremdenfeindlichen Parolen und Hetze konfrontiert. Für viele ist es eine große Herausforderung auf Anfeindungen und Vorurteile richtig zu reagieren. Zur Unterstützung im Umgang mit solchen Situationen hat die Caritas im Bistum Essen das Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ durchgeführt.

Kneipentouren gegen Stammtischparolen, Argumentationstraining, Workshops gegen Hatespeech und ein Fachtag –  das Zivilcourage-Projekt umfasste vielfältige Angebote.

Ein Bericht über das Projekt ist bei Sach Wat! der Caritas im Bistum Essen zu finden.