Argumentationstraining gegen rechte Parolen von Katharina

Argumentationstraining gegen rechte Parolen von Katharina

Unter dem Motto „ Sprich.los – Klartext gegen Vorurteile“ haben wir mit jungen Erwachsenen über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit diskutiert und gelernt, wie man rechten Parolen Paroli bieten kann. Sätze wie „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ oder „Bald gibt es in Deutschland mehr Minarette als Kirchtürme“ hat sicher jeder von uns schon mal gehört. Ob in der Straßenbahn, an der Supermarktkasse oder im Freundes- und Familienkreis, ausgrenzende, diskriminierende und teils aggressive Äußerungen, die sich gegen bestimmte Menschengruppen richten, sind in unserem Alltag längst keine Seltenheit mehr. Ganz normal, dass es so manchem da erstmal die Sprache verschlägt – doch ärgern sich viele dann auch im Nachhinein, nicht reagiert oder widersprochen zu haben. Dagegen wollten wir von youngcaritas etwas tun und haben Jugendliche und junge Erwachsene zu einem Argumentationstraining gegen rechte Parolen eingeladen. Professionell unterstützt wurden wir dabei von Götz Kolle, Bildungsreferent und Trainer an der Jugendbildungsstätte Unterfranken, sowie vom Sozialreferat der Stadt Würzburg, das unsere Veranstaltung mit finanziellen Mitteln aus dem bundesweiten Förderprogramm „Demokratie leben!“ überhaupt erst ermöglicht hatte. In dem knapp dreistündigen Training erfuhren die 16 Teilnehmer*innen nicht nur, was es mit den Begriffen „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ und “hatespeech“ auf sich hat, woran sich rechte Parolen erkennen lassen und wo die Grenzen von Meinungsfreiheit zu ziehen sind. Vielmehr lag der Fokus des Nachmittags darauf zu vermitteln, welch unterschiedliche Strategien und Reaktionsmöglichkeiten es gibt, wenn man im Alltag mit sogenannten Stammtischparolen konfrontiert wird. So ging es Götz Kolle nicht darum, uns für bestimmte Situationen vorgefertigte Lösungen und Antworten anzubieten. Denn wie man wann am besten reagiert, ist stark von Kontext sowie vom persönlichen Hintergrund des Gesprächpartners abhängig. Doch ist es natürlich immer von Vorteil, wenn man dann aus einem Portfolio an verschiedenen Strategien schöpfen kann, um seine eigene Position konstruktiv zu vertreten. Danks des lebhaften Erfahrungsaustauschs und Diskutierens verging der Nachmittag wie im Flug. Für all diejenigen, die noch Zeit und Lust hatten, war die Veranstaltung mit dem Ende des Trainings aber noch nicht vorbei: Ausgestattet mit Bierdeckeln, Aufklebern, Kulis und Flaschenöffnern ging es anschließend auf eine kleine Kneipentour durch die Würzburger Innenstadt, wo besonders unsere Bierdeckel großen Zuspruch fanden. Also aufgepasst, „Mach mal nen Punkt“, „Nicht mein Bier?“ und „Mein rechter rechter Platz bleibt leer“ könnten beim nächsten Kneipenabend nun auch deinen Bierdeckel schmücken! 🙂 Eine Botschaft, die wohl jede und jeder von uns mit nach Hause genommen hat, ist, dass „Zivilcourage ein Muskel ist, der trainiert werden muss“. Wir danken Götz Kolle dafür, dass er uns mit seinem Training dabei einen großen Schritt weitergeholfen hat und werden den Muskel bei nächster (oder vielleicht auch erst übernächster :-)) Gelegenheit ganz sicher mal ausprobieren!

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