Umwelt

Bild mit Demoplakaten
Am Freitag, den 15. September 2023 demostrieren wir für mehr Klimaschutz! Gemeinsam mit #fridaysforfuture rufen zahlreiche Organisationen dazu auf, auf Read more
“Endlich die Klimaschutzbremsen lockern” und “verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Zeitpläne” schaffen, um den CO2-Ausstoß zu verringern - das fordern die Read more
Unsere Generation! Unser Job!
... sondern eine parteiübergreifende, staatstragende und historisch beispiellose Aufgabe. Jetzt den offenen Brief unterschreiben und weitersagen! #UnsereGenerationUnserJob Hier unterschreiben! Offener Read more
Lützerath ist ein Dorf in Nordrhein-Westfalen und liegt im rheinischen Braunkohlerevier am Tagebau Garzweiler II - nördlich von Köln und Read more
Wir bei youngcaritas haben uns in letzter Zeit viel mit der Klimakrise 🌏 beschäftigt. Mit einer neuen Postkarte versuchen wir Read more
Bücherstapel
Auf der Buchmesse in Frankfurt im Oktober 2022 erschienen eine Reihe spannender Bücher von Autorinnen rund um Lösungen und Visionen Read more
Wer kennt sie nicht, ... Wörter, die immer wieder mal fallen, aber wenn man ehrlich ist: So wirklich weiß man Read more
„Willst du, oder musst du Autofahren?“  Sei mal ehrlich: Hast du dir als Autofahrer:in schonmal Gedanken gemacht, was das Autofahren Read more

Komm zum globalen Klimastreik am 15.09.23

Am Freitag, den 15. September 2023 demostrieren wir für mehr Klimaschutz!
Gemeinsam mit #fridaysforfuture rufen zahlreiche Organisationen dazu auf, auf die Straße zu gehen – wir als youngcaritas auch!

Weltweit erleben gerade schon etliche Menschen am eigenen Leib, welche Auswirkungen die Klimakrise auf ihr Leben hat – wir brauchen nicht mehr zu warten, was passiert: Die Klimakrise ist jetzt! Auch vor unserer Haustüre!

In Talkshows tun nicht wenige Politiker:innen so, als gingen die Forderungen zum Klimaschutz viel zu weit und als ob schon genug getan werde – das ist nicht so! Unser Ausstoss von Treibhausgasen muss sich schnell und deutlich reduzieren.
Wir brauchen ein Loslegen und Umdenken auf allen Ebenen. Die Lösungen sind da, sie müssen nur umgesetzt werden. Und Politik muss dies fördern statt auszubremsen.
Es gibt eine Mehrheit in diesem Land für Klimaschutz – und die muss sichtbar werden.

Nie zuvor war es wichtiger als in diesem Jahr, dass Menschen weltweit für Klimaschutz auf die Straße gehen und zeigen, dass sie hinter einem ehrlichen, schnellen und beherzten Handeln für wirksamen Klimaschutz stehen.

  • Schau jetzt auf dieser Seite nach der Demo in Deiner Nähe.
    Trag Dir den Termin jetzt fix in Deinen Kalender ein!
  • Frag Deine Freund:innen, Verwandten und Kolleg:innen, ob sie mitkommen.
    Poste auf Deinen Kanälen, um was es geht und dass Du dabei bist.
  • Überlege, wie Du weitere Leute zur Teilnahme gewinnen kannst: Arbeitsstelle, Uni, Schule, Sportverein usw.
  • Frag bei Deinen Fridays vor Ort, ob sie Unterstützung brauchen: Plakate aufhängen, Ordner für die Demo sein, aufbauen …

Der Zeitpunkt aktiv zu werden ist jetzt! Die Krise ist jetzt, und darum ist die Zeit zum Handeln jetzt. Öffentlich sichtbar! Was bringt es, wenn wir viele sind, aber man das nicht sieht? Das müssen wir ändern.

Wir sehen uns auf der Straße! Du wirst gebraucht!

„Wir sind bereit“ – Caritas-Chefs appellieren an Regierung

“Endlich die Klimaschutzbremsen lockern” und “verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Zeitpläne” schaffen, um den CO2-Ausstoß zu verringern – das fordern die Leitungen von über 45 bundes- und regionalweiten Caritas-Organisationen und zahlreiche Verantwortliche der Kirche in einem Appell von der Bundesregierung und den Landesregierungen!

“Wir sind bereit, Klimaschutz konkret umzusetzen, die notwendigen Veränderungen anzugehen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Doch noch existieren zu viele hemmende Rahmenbedingungen und Unklarheiten, die einen effektiven Klimaschutz massiv ausbremsen,” heißt es in dem Schreiben.

“Eine Politik, die unvermindert handelt, als ob die Klimakatastrophe nicht längst begonnen hätte und nicht schon jetzt jährlich Tausende an Toten durch Hitze, Dürren oder Überschwemmungen sowie volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe erzeugt, suggeriert der Bevölkerung, die Lage sei keinesfalls so ernst, wie die Wissenschaft anmahnt. Deshalb: Sorgen Sie dafür, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Klimakatastrophe im Zentrum der Debatte stehen. Wir schaffen es nicht mehr, die 1,5-Grad Grenze einzuhalten,” so der Appell. “Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen: Die gesellschaftspolitische Diskussion geht in eine völlig falsche Richtung,” heißt es im  Text weiter.

Den ganzen Text und wer alles unterschrieben hat, findet Ihr hier: https://klima.caritas.de/wir-sind-bereit-kath-fuehrungskraefte-fordern-klimaschutz/

Klima ist kein Thema ….

… sondern eine parteiübergreifende, staatstragende und historisch beispiellose Aufgabe.

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#UnsereGenerationUnserJob

„Klima ist kein Thema ….“ weiterlesen

Lützi bleibt! Was passiert gerade in Lützerath?

Lützerath ist ein Dorf in Nordrhein-Westfalen und liegt im rheinischen Braunkohlerevier am Tagebau Garzweiler II – nördlich von Köln und Aachen. Das Energieunternehmen RWE, das Braunkohle fördert, hat das Dorf gekauft.

2006 begannen sie mit der Umsiedlung der ursprünglichen Einwohner:innen. Inzwischen sind fast alle von ihnen weg. Seit ca. zwei Jahren wird das Dorf von Aktivisti besetzt.

Warum wird Lützerath besetzt?

Neben dem Dorf wird bereits abgebaggert. Unter Lützerath liegen besonders große Mengen an Braunkohle. RWE will das Dorf abreißen, um die darunterliegende Kohle zu fördern.

Das hätte schlimme Folgen für das Klima!

Warum ist Kohlekraft so schädlich fürs Klima?

Kohle als Energieträger stößt am meisten CO₂ aus. Braunkohlekraftwerke emittieren zum Beispiel zwischen 900 und 1200 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde. Das ist drei- bis viermal soviel wie ein modernes Gaskraftwerk.

Darum ist es wichtig, schnell und wirksam aus der Förderung und Verbrennung von Kohle auszusteigen.

Die Kohle unter Lützerath ist laut Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nicht notwendig für die deutsche Energiesicherheit.

ABER: Sie sorgt für so viel CO2 Ausstoß, dass wir unsere Verpflichtungen zum Pariser Klimaabkommen und damit die 1,5 Grad Grenze nicht mehr einhalten können.

Deal der Politik

Die Wirtschaftsministerien in Bund und NRW einigten sich mit RWE auf einen vorgezogenen Kohleausstieg in NRW bis 2030 statt 2038. Allerdings darf RWE vorher deutlich mehr Emissionen als bisher geplant ausstoßen.

Fünf andere Dörfer in der Umgebung von Garzweiler sollen erhalten bleiben – aber Lützerath soll abgerissen werden.

Das Argument ist, dass die Kohle, die unter Lützerath liegt, zur Bewältigung der aktuellen Energiekrise dient. Doch soll diese Kohle laut RWE in den nächsten drei Jahren gar nicht angefasst werden.

Was passiert aktuell?

Die Aktivisti wollen mit ihrer Besetzung das Dorf retten und so den Abbau der Braunkohle unter Lützerath stoppen. Sie fordern neu zu verhandeln und Alternativen zu suchen!

In den vergangenen Wochen kamen immer mehr Aktivisti nach Lützerath und errichteten Barrikaden und Zäune um das Dorf herum.

Am 10. Januar begann die Polizei damit, einige Barrikaden zu entfernen. Ziel der Aktivisti ist es, die Räumung zu verhindern. Gefordert wird, zu prüfen, ob die Räumung laut Grundgesetz rechtens ist …

Was kannst Du tun …

Nach Lützerath fahren!

Am 14.01 findet dort in Lützerath um 12 Uhr eine Großdemonstration statt.

An Demos in Deiner Nähe teilnehmen!

Die Termine findest Du hier

Geld- und Sachspenden

Mit diesen können die Aktivisti vor Ort neue Aktionen planen. Spendeninfos findest Du hier.

Auf Lützerath aufmerksam machen:

Sprich mit Deiner Familie und Deinen Freund:innen, teile Beiträge auf Social Media, informiere dich, ….

Hier findest du aktuelle Infos

Newsticker des WDR

Webinar von Fridays for Future u.a. mit Claudia Kempfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. 

Offizielle Seite der Bewegung „Lützerath lebt“: www.luetzerathlebt.info

 

Abwarten und Tee trinken?

Wir bei youngcaritas haben uns in letzter Zeit viel mit der Klimakrise 🌏 beschäftigt. Mit einer neuen Postkarte versuchen wir das Spannungsfeld zu beschreiben, in dem wir uns dabei befinden: Viele der Infos zur Klimakrise sind beängstigend, sie lassen uns oftmals traurig, ohnmächtig oder wütend zurück.
😔

Abwarten und Tee trinken

Eine Reaktion kann sein, sich davor schützen zu wollen und weniger Nachrichten zu lesen. Doch gleichzeitig ist abwarten keine Option.
Wir können jetzt noch etwas ändern!

Darum starten wir mit Selbstfürsorge.🤗
An den Adventssonntagen haben wir zum Beispiel unter goodvibesonly auf Instagram dazu gepostet.
Ein weiterer Schritt: Unsere Klimagefühle wahrnehmen und darüber sprechen. Leute finden, mit denen wir gemeinsam aktiv werden können.

Und herausfinden, was wir denn wirklich tun können und wie wir unsere Kräfte gut einsetzen, um wirksam etwas für mehr Klimagerechtigkeit zu bewegen. Mehr große Hebel in Bewegung setzen, statt in vielen kleinen Öko-Tipps zu versinken. 🌬
Bist Du dabei?
Unter www.youngcaritas.de/tee-trinken gibt es mehr Infos. 🫖🥠

Spannende Bücher-Talks zur Klimakrise

Auf der Buchmesse in Frankfurt im Oktober 2022 erschienen eine Reihe spannender Bücher von Autorinnen rund um Lösungen und Visionen zum Ausweg aus der Klimakrise. Wir haben für mehrere der Bücher hier einige Audio- und Video-Talks für Euch, die euch informieren, ohne  dass ihr das ganze Buch lesen müsst. Und falls ihr danach Lust habt, das ganze Buch zu lesen: Um so besser 🙂

„Spannende Bücher-Talks zur Klimakrise“ weiterlesen

Was ist das eigentlich?

Wer kennt sie nicht, … Wörter, die immer wieder mal fallen, aber wenn man ehrlich ist: So wirklich weiß man nicht, was sie bedeuten. Man hat so eine Ahnung, dass es spannend sein könnte, mehr darüber zu wissen, aber … Puh 🤷

Rettung naht! 🧙👨‍🏫 Wir haben Begriffe aus unterschiedlichen Bereichen wie Klima 🌏Gesellschaft 👥 und Politik ⚖️ genauer unter die Lupe genommen, damit du den Durchblick hast!☺️

Los geht’s!

#Autokorrektur

„Willst du, oder musst du Autofahren?“ 

Sei mal ehrlich: Hast du dir als Autofahrer:in schonmal Gedanken gemacht, was das Autofahren für dich bedeutet? Jederzeit uneingeschränkt überall hinfahren zu können – sei es zur Arbeit, schnell in den Supermarkt, ins Kino oder auf ein Stück Kuchen zur Oma – und durch das Autoblech einer größeren Sicherheit ausgesetzt zu sein als andere Verkehrsteilnehmer:innen?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir als regelmäßige Autofahrerin darüber bisher nicht wirklich den Kopf zerbrochen habe. Katja Diehl öffnet in ihrem Buch Autokorrektur diese autozentrische Perspektive und argumentiert beispielsweise, dass nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer:innen durch schlecht ausgebaute Fuß- und Radwege an den Rand gedrängt und einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt seien.

Cover des Buches Autokorrektur
Katja Diehls Buch Autokorrektur

Das Auto bestimmt unser Verkehrssystem – doch ist vielen Autofahrer:innen oftmals überhaupt nicht bewusst, welche Privilegien und auch Abhängigkeiten der Besitz und das Fahren eines Autos mit sich bringt. Mit Katja Diehls Buch Autokorrektur erschien beim S. Fischer Verlag dieses Jahr ein autokritisches Plädoyer, das unser Mobilitätssystem hinterfragt. Überzeugend sachlich argumentiert, widmet sich Diehl unserer autozentrierten Gesellschaft. Die Autorin erörtert, wie sich die heutige Mobilitätslage entwickelte, diskutiert den Status des Autos in unserer gegenwärtigen Gesellschaft und betrachtet die räumliche Situation auf unseren Straßen. Dabei immer im Zentrum mitgedacht sind weniger technische Aspekte, sondern vielmehr der Mensch und die Frage „Willst du, oder musst du Auto fahren?“ Diehls Forderung: Eine Mobilitätswende durch die jede:r die Möglichkeit haben soll, „ein Leben ohne eigenes Auto führen zu können.“ Mit dem Blick auf den Alltag, Einschüben zu historischen Entwicklungen und schließlich zukünftigen Visionen, regt Autokorrektur dazu an, die eigenen Mobilitätsprivilegien kritisch zu hinterfragen und verleiht Personengruppen Sichtbarkeit, die im aktuellen Verkehrssystem nicht ausreichend mitgedacht werden.

Illustration eines Staus aus dem Buch "Autokorrektur"
Illustration aus Autokorrektur

„Automobilität ist männlich dominierende Mobilität“

Ein großes Problem der aktuellen Mobilitätslage stellt für Diehl das Denken in binären Strukturen dar. So widmet sie den ersten Teil ihres Buches männlicher und nicht-männlicher Mobilität und hebt hervor: Das Auto repräsentiert(e) in seiner Entwicklung den industriellen Erfolg des weißen, wohlhabenden cis-Mannes. Und auch bis heute dominieren im Verkehrssektor eindeutig männliche Strukturen. Wusstest du, dass im Verkehrsministerium nur 3 Prozent der Abteilungsleiter:innen weiblich und bloß 22 Prozent der Arbeitsplätze im Verkehrssektor von Frauen besetzt sind? Mir war diese Tatsache vor der Lektüre nicht bewusst – und auch nicht, welche Auswirkungen dies auf die gesamte Verkehrsplanung hat … Denn eine weibliche Perspektive (und auch die weiterer Personengruppen) fehlt bei der Mobilitätsplanung somit total. In diesem Zusammenhang auch krass: Die Autorin macht auf den Umstand aufmerksam, dass die Autoinnenräume überwiegend auf Männerkörper ausgerichtet sind. Testdummys, die zur Verkehrssicherheit eingesetzt werden, sind im Vergleich eher seltener an weiblichen Körpern orientiert konstruiert, was dazu führt, dass Frauen bei einem Unfall mit gleichen Voraussetzungen „zu 47 Prozent eine schwerere Verletzung davon[tragen] als Männer.“

Zeichnung zweier frontal aufeinanderprallende Autos

„Während wir heute durchschnittlich auf 47 Quadratmetern wohnen, erhält das Auto mehr als das Doppelte an Fläche.“

Die Autozentriertheit der Städte führt außerdem dazu, dass wir weniger Platz für uns haben. Diesem Sachverhalt geht Diehl im Kapitel „Raum“ nach. Dabei fand ich spannend (und gleichermaßen erschreckend), dass sich von 160 Millionen Stellplätzen für das Auto 70 Prozent am Straßenrand befinden, wodurch ganze 840 Millionen Quadratmeter an Fläche verloren gehen. Die Folge davon: Innenstädte verwandeln sich in richtige Parkstädte, die weder barrierearm noch kinderfreundlich sind. Wahnsinn, wie viel Platz uns allen durch weniger Autos zur Verfügung stehen würde…

Eine Straße, die von beiden Seiten zugeparkt ist
Leider sehen so viele Straßen aus…

Der öffentliche Raum wird in Diehls Auseinandersetzung außerdem als Raum verhandelt, der die Mobilität abends und nachts besonders bei Frauen und BIPoC Personen zum Auto lenkt, um sexistischen sowie rassistischen Anfeindungen in öffentlichen Räumen und dem ÖPNV zu entgehen. In diesen Ausführungen habe ich mich selbst wiedererkannt und an Situationen erinnert, in denen ich mich ebenfalls für das Auto und gegen den ÖPNV oder den Fußweg entschieden habe, um mögliche unangenehme Begegnungen zu vermeiden – dass ich diese Wahl überhaupt treffen konnte, ist ein weiteres Autoprivileg…

„Mobilität [ist] als Grundrecht zu denken, das selbstbestimmt gestaltet werden kann.“

Das Spannendste am Buch waren für mich die Interviews, die Diehl unter dem Abschnitt „Mensch“ mit heterogenen Personengruppen führt und dadurch Perspektiven offenlegt, die in der Verkehrsplanung nicht bedacht oder gehört werden. Eine Sache haben diese Menschen gemein: Sie fahren nicht gerne Auto oder können kein Auto fahren. Die Interviews geben interessante Eindrücke aus individuellen Lebensperspektiven und tragen dazu bei, dass eigene Verhalten zu hinterfragen, sich den eigenen Privilegien bewusst zu werden oder sich womöglich in den Meinungen selbst wiederzuerkennen. Die Autorin spricht unter anderem mit Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht Autofahren können oder wollen, Menschen mit Familien, Menschen in Armut und Menschen im ländlichen Raum.

Die Stimmen, die zu Wort kommen, zeigen deutlich ein großes Problem auf: Beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): schlechter Streckenausbau, wenige Fahrten, teure Tickets, keine Barrierefreiheit und kaum Sicherheitspersonal sind einige der Aspekte, die genannt werden. Aber auch schlecht ausgebaute Radstrecken und Fußgängerwege werden von den Menschen häufig als große Einschränkung der eigenen Mobilität wahrgenommen.

Verkehrszeichen durchgestrichenes Fahrrad
Schlecht ausgebaute Radwege sind ein häufig genanntes Problem

„Wenn wir die Mobilität verändern wollen, dann […] müssen wir uns sehr vielen gesellschaftlich drängenden Fragen stellen.“

Katja Diehls Autokorrektur macht genau das. Es handelt sich um einen Text, der Wurzeln gesellschaftlicher Problematiken, wie etwa Sexismus und Rassismus im Mobilitätssektor offenlegt und diskutiert. Es handelt sich um ein Buch, dass leicht verständlich das „Bewusst-werden“ und Hinterfragen der eigenen Privilegien fördert und Menschen eine Stimme gibt, die im Verkehrssektor kaum oder zu wenig gehört werden. Die Autorin legt ein hochaktuelles politisches Plädoyer ab, das keineswegs das Auto verteufelt. Stattdessen liegt das Augenmerk in Autokorrektur auf der Schaffung von attraktiven Alternativen, die inklusiv, bezahlbar und klimafreundlich sind und durch die Mobilität unabhängig von einem Auto gestaltet werden kann.

Illustration aus Autokorrektur
Illustration aus Autokorrektur

Judith Heruc
Praktikantin youngcaritas Deutschland