Kinderarmut in Deutschland

Wer ist arm in Deutschland?

3 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland armutsgefährdet oder leben in Armut – das ist jedes 5. Kind. Als arm gilt hierzulande, wer weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. 2022 war das für einen Familienhaushalt mit 2 Kindern ein Einkommen von 31.500€ im Jahr.

Innerhalb Deutschlands steigt die Kinderarmutsrate je weiter man in den Norden und Osten geht, wobei die Stadtstaaten führend sind.

In der EU leben ca. 19,2 Millionen Kinder und Jugendliche in Armut. Das sind 24,4 Prozent aller Kinder und Jugendliche in der EU, also jeder vierte Minderjährige.

So entsteht Kinderarmut

Warum haben die Familien der Kinder so wenig Geld?

Es gibt viele verschiedene Gründe für ein geringes Einkommen. Eigenschaften die sich in den Familien aber statistisch häufen sind:

  • Eltern ohne Berufsausbildung: Sie finden schwerer einen Job, beziehungsweise sie verdienen sehr wenig in ihren Jobs
  • Familien mit mehr als drei Kindern: Oftmals muss ein Elternteil zu Hause bleiben und aufgrund von mangelnden Betreuungsmöglichkeiten auf die Kinder aupassen oder den größeren Haushalt versorgen.
  • Alleinerziehendes Elternteil: Durch die anfallende Care-Arbeit ist oft nur ein Teilzeitjob möglich, der nicht genug Geld einbringt.
  • Familien mit Migrationshintergrund: Oftmals finden Eltern schwerer einen Job, da unter anderem Abschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden.

Was bedeutet das für die Kinder?

Kinderarmut bedeutet in Deutschland meist nicht Obdachlosigkeit oder Nahrungsmangel, im Vergleich zu ihren Altergenossen leben sie jedoch nur mit dem Nötigsten und häufig ohne Annehmlichkeiten.

So kann zum Beispiel häufig die Wohnung nicht richtig geheizt werden oder jeden Tag warm gekocht werden. So sind im Bürgergeld zum Beispiel nur 4-6€ pro Tag für Essen vorgesehen. Das reicht häufig nur für ungesündere Zutaten.

Dazu kommt, dass ein sechstel aller Minderjährigen in beengten Wohnverhältnissen leben. Das wurde während Corona und Homeschooling zum Problem. Den Minderjährigen fehlen in den beengten Verhältnissen die Entfaltungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Dadurch können unter anderem die Leistung in der Schule sinken.

Für diese Kinder sind Nachhilfestunden oft zu teuer und so entsteht ein Teufelskreis: Kinder in Armut erreichen statistisch gesehen häufig geringere Bildunsabschlüsse – und geraten so später wahrscheinlicher selbst in Armut.

Kinderarmut und Pandemie

Die Coronapandemie hat die Situation verschärft: Oft wurden unsichere Beschäftigungsverhältnisse zuerst gekündigt. Dadurch fiele bereits niedrige Einkommen ganz weg, wodurch die Kinderarmut stark anstieg.

Durch die Eingeengtheit in den häufig kleinen Wohnungen und die Geldnot wurden vor allem Kinder an der Armutsgrenze psychische noch stärker belastet.

Kampf gegen Kinderarmut

Die Regierung versucht die Forderung nach Hilfen gegen die Kinderarmut mit der Kindergrundsicherung zu erfüllen. Hier sollen alle Hilfen gebündelt werden und über eine einfachere Antragstellung mehr Familien mit Kindern in Armut erreichen, Diese erhöhten Hilfen für Familien ist nun aufgrund der Haushaltsdebatte in Gefahr.

Weitere Vorschläge gegen Kinderarmut

Ein Versuch ist die Versorgung und Teilhabe der Kinder zu verbessern. Zum Beispiel durch kostenlose Eintritte zu Kulturangeboten, Ganztagesbetreuungen an Schule und Kindergärten oder Sozialarbeiter:innen in Betreuungsstätten.

Diese Ansätze bekämpfen Kinderarmut infrastrukturell, können monetäre Hilfen aber nicht ersetzen.

Darum fordert die Caritas, dass Deutschland die Kindergrundsicherung ungekürzt braucht (zur Stellungnahme vom Nov 2023).

Wie ist es in Kinderarmut aufzuwachsen?

Liedermacherin Laura Braun ist in Kinderarmut aufzuwachsen. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Lied verarbeitet: Nullsummenspiel.

Aaron Müksch von youngcaritas Deutschland hat Laura Braun im Januar 2024 getroffen und mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen.

Aaron Müksch
Freiwilligendienstleisternder youngcaritas Deutschland

Hauptsache Ehrenamts AG

Celine und Lisa gehen in die 10. Klasse der Robert-Koch-Realschule in Dortmund-Hombruch und sind aktiv in der Ehrenamts AG. Sie erzählen uns heute von den 50 guten Taten der Realschule und der großartigen Hilfsaktion für die Menschen aus der Ukraine.

Wieso engagieren sich die beiden Freundinnen? Wie fühlt es sich an bei Kauf 1 mehr mitzumachen oder im Altenheim zu helfen? Welche Motivation steckt dahinter? Was würde Celine ihrem 13-jährigem Ich sagen? Und was wird Lisa auf eine einsame Insel mitnehmen? Fragen über Fragen!

Ein super spannendes Gespräch mit den beiden Schülerinnen, einer Lehrerin und dem Ehrenamtskoordinator wartet auf euch.

Hauptsache du brennst dafür

Anna-Lena ist 21 Jahre alt und Studentin. Sie engagiert sich für die youngcaritas Brilon in unzähligen Aktionen. Sie ist ein Mensch, der andere für die gute Sache begeistern kann, denn sie brennt für ihr Engagement, für Nächstenliebe, für Inklusion, für ihren Glauben. Wie sie zu ihrem Ehrenamt gekommen ist und was es ihr bedeutet, erzählt sie uns in dieser Folge.

Viel Spaß beim Zuhören 🙂

 

 

 

Hauptsache mit Irene L. Bär

Sie ist die Leitung der youngcaritas Deutschland. Von Freiburg aus hat sie die Fäden in der Hand. Kein youngcaritas Standort ist ohne sie denkbar! Absolutes Highlight für unseren Podcast: wir haben Irene L. Bär zu Gast.

Spannende Einblicke in die youngcaritas Organisation, in die Thematik Caritas & Klimaschutz und auch ein kleiner Ausschnitt wie Irene privat so unterwegs ist, erwarten euch!

 

 

 

 

 

 

 

Viele Fragen haben wir auf Lager wie: Welcher Geruch erinnert Irene an ihre Kindheit? Ist sie Team Sport oder Sofa? Was ist ihre Lieblingsaktion? Und warum haben wir GemeinsamZeit nicht mehr?!

Hier kannst du die Folge anhören: