Misogynie

  • 2021 verdienten Frauen durchschnittlich 12 Prozent weniger als Männer.
  • Jede dritte Frau hat schonmal körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.
  • „Frauen müssen nichts können, sondern sollen einfach nur gut aussehen“
  • „Frauen gehören in die Küche!“

All das sind Beispiele für Misogynie. Was ist das eigentlich?

Misogynie ist ein Begriff aus dem altgriechischen und wird meistens mit Frauenhass oder Frauenfeindlichkeit (misos = Hass + gyne = Frau) übersetzt. Bei Misogynie findet also eine Abwertung von Frauen statt. Sie sind weniger wert als Männer. Daraus geht eine Geschlechterhierarchie hervor, in der sich Frauen in einer in einer untergeordneten Position befinden.

Misogynie gibts schon lange und taucht bereits in der Antike bei Aristoteles auf: „Nur der Mann ist ein vollständiger Mensch. Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist von Natur aus derartig, dass der Mann über der Frau steht, dass der Mann herrscht und die Frau beherrscht wird.“

Misogynie tritt in vielen verschiedenen Formen auf und bezieht sich nicht nur auf konkrete Äußerungen und Handlungen einzelner Personen. Misogynie beschreibt außerdem ein gesamtgesellschaftliches System, das nicht nur Frauen abwertet, sondern alles was als weiblich angesehen wird.

Misogynie kann so aussehen:

  • Die Arbeit von Frauen wird nicht oder geringer anerkannt. Frauen verdienen in vielen Bereichen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer
  • Verachtung und Beleidigungen durch abwertende Sprache
  • Femizid: Ermordung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts
  • Autositze oder aber auch Medikamente sind auf den männlichen Körper ausgerichtet
  • Objektifizierung: Reduktion von Frauen auf ihren Körper
  • Körperliche und sexualisierte Gewalt

    Internalisierte Misogynie

    Misogynie passiert nicht nur zwischen Männern und Frauen. Denn wir leben in einem System, indem jede:r von uns Misogynie reproduziert und verinnerlicht – auch Frauen. Diese verinnerlichte Misogynie nennt sich dann internalisierte Misogynie.

    Internalisierte Misogynie von Frauen an Frauen zeigt sich beispielsweise, wenn auch Frauen Eigenschaften abwertend verweiblichen. Ein Beispiel wären folgende Sätze:

    „Frauen/Mädchen sind immer so überdramatisch.“

    „Ich bin nicht wie die anderen Frauen/Mädchen.“

    Hier wird die Geschlechtsidentität der Frau verallgemeinert und durch den Begriff „überdramatisch“ abgewertet. Mit dem zweiten Satz löst man sich von der „negativen Norm“ los und grenzt sich von allen anderen „überdramatischen Frauen“ ab.

    Fällt euch was auf? Bist du nicht ein heterosexueller, weißer, gesunder Mann, dann bist du nicht die Norm.

    Und spätestens jetzt wäre es Zeit sich mit Feminismus auseinanderzusetzen…

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