Gemeinsam gegen die Klimakatastrophe – Lcoy 2021

Inspirierend, kreativ und online.

Die „Lcoy –  Junge Klimakonferenz Deutschland“ im Mai 2021 war vollgepackt mit Workshops, Livestrams und Diskussionen. Zu sehen war das bei den Teilnehmenden, die die Klimakrise schon als das sehen was sie ist: Eine humanitäre Katastrophe. Man merkte allerdings auch innerhalb der Diskussionen, dass die Hoffnung auf Veränderung noch da ist. Ausgetauscht wurde sich am Freitag bis Sonntag auf der Konferenz-Plattform „Discord“ über neue Möglichkeiten und Ideen, um eine nachhaltige Lebensweise zu erreichen. Außerdem wurde über Aktivismus weltweit gesprochen und Politiker:innen wurden über ihre Lösungsansätze befragt.

Lcoy 2021 – Die Moderatoren (Foto: youngcaritas Deutschland)

Es war schön zu sehen, dass die Klimabewegung weltweit agiert und vernetzt ist. Die Teilnehmenden der Lcoy wollen Veränderung. Sie sind bereit sich auf eine neue Zukunft einzulassen, in der vieles anders sein wird. So wurde zum Beispiel überlegt, wie wir nachhaltig reisen können. Wenn es nach den Teilnehmenden des Workshops „Wie kann ich nachhaltig reisen“ geht, gibt es bald ein besser ausgebautes Bahnnetz und die Preise für Kurzstreckenflüge werden so teuer, dass fast niemand mehr sie nutzt, bevor sie ganz abgeschafft werden.

In einem anderen Workshop ging es um „Aktivismus weltweit“. Hier haben MAPA Aktivisti aus Namibia, den Philippinen und Pakistan erzählt, wie sie zum Aktivismus kamen und unter welchen schwierigen Bedingungen sie protestieren müssen. MAPA ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „Most affected people and areas“. Damit sind also die Menschen und Gegenden gemeint, die besonders hart vom Klimawandel betroffen sind. Mitzi von den Philippinen sagt, sie habe sich nicht frei dazu entschieden Klimaaktivistin zu werden, sie musste es. Denn auf den Philippinen sind jetzt schon die direkten Auswirkungen der Klimakatastrophe zu sehen. Leider schränkt die dortige Regierung Proteste stark ein und die Klimaaktivisti müssen durchgehend Angst vor einer Festnahme haben. Deswegen ist es auch so wichtig, sich weltweit mit Klimaaktivisti zu solidarisieren und gegen die globalen Ungerechtigkeiten vorzugehen. Gerade MAPA Menschen haben selbst erlebt, wie die Klimakrise aussieht. „Ihr müsst nicht für mich sprechen, ich habe selbst eine Stimme. Ihr müsst nur mit mir rufen.“ sagt Mitzi, denn manchmal vergessen die Menschen, dass die westlichen Länder an der Lage der MAPA Menschen Schuld sind und es keine selbstlose Rettungsmission ist, den Menschen dort zu helfen.

Kevin Kühnert (SPD) im Gespräch mit Jens Teutrine (FDP) Foto: youngcaritas Deutschland

Bei Politik 1 gegen 1 konnten die Teilnehmer:innen zwei Politiker:innen in einer spannenden Debatte über Klimapolitik zuhören. Währenddessen  hatte man noch genug Zeit seine Fragen einzubringen und die beiden kritisch zu löchern. Das fand ich besonders cool, weil man nicht oft die Gelegenheit bekommt zum Beispiel Kevin Kühnert persönlich über die Ziele der SPD zur Klimaneutralität 2045 zu befragen. Überraschend war der angenehme und respektvolle Ton indem die Diskussion abgehalten wurde. Man hätte fast meinen können, dass sich die Politiker:innen bei einem gemütlichen Kaffeeplausch in der Mittagspause unterhalten haben. Auch wurde ehrlich und direkt auf die Fragen der Teilnehmer:innen eingegangen. Das einzig störende an den Diskussionsrunden waren die kleinen technischen Aussetzer, die es manchmal schwer machten die Politiker:innen zu verstehen. Allerdings war immer ein Mitglied des Lcoy-Teams ansprechbar, wenn man Probleme mit der Internetverbindung oder dem Discord-Server hatte.

Alles in Einem bleiben mir die Workshops auf jeden Fall noch lange in Erinnerung. Ich habe gelernt die Klimakrise noch mehr als Gerechtigkeitskrise wahrzunehmen und es wurde klar: Die Klimakrise ist schon da, auch wenn das bei uns in Deutschland noch nicht so stark auffällt. Sowohl in Deutschland, als auch weltweit gibt es einige Menschen, die das Problem erkannt haben und bereit sind für eine klimagerechte Welt zu kämpfen. Deswegen gehe ich aus der Lcoy mit dem Gefühl heraus, dass wir es noch schaffen könnten das Blatt zu wenden.

Emma Fohler und Chantal Schüssler
youngcaritas Deutschland

 

Mehr zur LCOY findest Du hier
Auf dem YouTube-Kanal kannst Du Dir die aufgezeichneten Livestreams anschauen

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