Migration und nachhaltige Entwicklung

Ein neues Toolkit bietet Wissen und Methoden für Engagement-Projekte – Chantal Schüssler hat es für Dich gelesen.

Hast du Lust ein Projekt zu starten? Vielleicht im Bereich Klimaschutz, Flucht, Gerechtigkeit oder Gesellschaft?
Eine neue englischsprachige Broschüre mit Tipps und Tricks zum Thema Migration und nachhaltiger Entwicklung könnte Dir den Einstieg erleichtern.

Das Youth Advocacy Toolkit beginnt vollgepackt mit Fachwissen.
Gebündelt auf 13 Seiten kannst du nachlesen, was Migration eigentlich bedeutet und bist dann beim Lesen bestimmt genauso verwundert wie ich. Denn eventuell bist auch du schon einmal im Leben immigriert. Nach der Definition bedeutet Migration nämlich: „die Bewegung von Personen von einem Wohnort zum anderen, ob innerhalb eines Landes oder durch Überschreiten internationaler Grenzen.“  Dies bedeutet also, dass auch viele Menschen die innerhalb von Deutschland (oder ihrem Heimatland) umziehen als Migranten gelten. Ziemlich interessant, oder? Diese Erkenntnis hat mir noch eine ganz andere Sicht auf den Begriff „Migration“ gegeben.

Migration wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf unser tägliches Leben aus und da kommt der Begriff „nachhaltige Entwicklung“ ins Spiel. Die Broschüre definiert nachhaltige Entwicklung als einen Prozess, der zu einer besseren Lebensweise für alle führt. Sozusagen ein globales Miteinander, damit wir eine gerechtere Welt gestalten können. Das funktioniert vor allem dann gut, wenn es viele engagierte Menschen auf dieser Erde gibt, die ein Bewusstsein dafür haben, dass nur durch Aktionen eine Weiterentwicklung statt finden kann.

Besonders inspirierend fand ich in dem Toolkit die Beispiele von jungen, starken Aktivist:innen unserer Zeit. So findet man einen Beitrag zu Malala Yousafzai, die mit ihrem sozialen Engagement ein Vorbild für viele ist.

Malala Yousafazi setzt sich in Pakistan für das Bildungsrecht für Mädchen ein. (Bild aus der MIND Youth Advocacy Toolkit Broschüre)

Als nächstes stellt die Broschüre Methoden zur Strategieentwicklung für Engagement und nachhaltige Entwicklung vor. Ab hier wird es theoretisch! Das ist aus meiner Sicht vor allem für Menschen geeignet, die eine Projekt-leitende Funktion haben, oder denen Struktur und Übersicht wichtig sind.

Die verschiedenen Methoden sind leicht erklärt und gut umsetzbar. Ich habe mich allerdings gefragt, ob ich diese „Tools“ wirklich anwenden würde und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass sie so aufwändig sind, dass ich sie nur bei größeren Gruppen einsetzen würde.
Die Ausnahme ist der „Problem Tree“ und der „Solution Tree“. Diese Methode ist mir besonders hängen geblieben, da sie nicht nur in der Arbeit anwendbar ist, sondern auch im privaten Leben. Mit dieser Methode kann man sehr einfach ein Problem aufspalten und nach einem Lösungsansatz suchen.
Ganz nach dem Motto: Wer sich einem Problem stellt, beginnt bereits, es zu lösen.

Der „Problem Baum“ ist eine hilfreiche Methode, um dein Problem zu gliedern (Bild aus der MIND Youth Advocacy Toolkit Broschüre)

Der „Problem Baum“ hilft dir das Problem zu erkennen und es zu strukturieren:

  • die Ursache für das Problem (die Wurzeln),
  • das Problem an sich (der Stamm) und
  • die Auswirkungen des Problems (die Baumkrone).

Hast du dies eingetragen, kannst du mit dem „Lösungs-Baum“ weiter machen. Hierbei werden alle Elemente des Problem-Baums in ihr positives Gegenteil verkehrt. Dabei wird mit dem untersten angefangen und sich zum Kernproblem vorgearbeitet. Alle wichtigen Personen und Gruppen, die dabei eine Rolle spielen, werden aufgelistet. Im Idealfall ist man mit dieser Methode der Lösung des Problems schon ein ganzes Stück näher gekommen.

Ich war einige Jahre in der Freiwilligenarbeit tätig und fand es sehr spannend, das Toolkit durchzulesen. Für alle, die sich in der Theorie weiterbilden wollen, kann ich das Toolkit auf jeden Fall weiterempfehlen.

Diese Publikation der Caritas Österreich ist Teil des Projektes MIND (Migration. Vernetzung. Entwicklung). Initiiert wurde MIND von  12 Caritasorganisationen aus Europa, mit dabei war die youngcaritas Unterfranken. Ziel des Projektes war es, die komplexen Zusammenhänge von Migration und nachhaltiger Entwicklung greifbar zu machen. Finanziert wurde es von der Europäischen Kommission von Oktober 2017 bis September 2020.

Das Toolkit und weitere Infos findest Du unter: Youth advocacy toolkit – www.caritas.eu

Anmerkung: Das Toolkit ist auf Englisch verfasst.

Chantal Schüssler
Praktikantin bei youngcaritas Deutschland

 

 

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