Auf die Füße treten – Mikroaggressionen

In dem Artikel erfahrt ihr, was Mikroagessionen sind und wie wir sie im Alltag vermeiden können.

Die youngcaritas Münster organisierte vor kurzem den Workshop #learning by sharing, in dem sie über Rassismus aufklärten. Nina Müller bereitete dazu einen Kurzvortrag über Mikroaggressionen vor. Die youngcaritas-Engagierte schreibt in dem folgenden Artikel darüber, was Mikroagressionen sind und wieso sie Menschen verletzen können.

,,Deine Haare sehen so exotisch aus, darf ich die mal anfassen?‘‘, ,,Es ist ganz schön heiß heute, aber das kennst du ja bestimmt von deiner Heimat!‘‘, ,,Unglaublich, wie gut du Deutsch sprechen kannst!‘‘, ,,Woher kommst du eigentlich? Du siehst nicht so aus, als wärst du aus Deutschland.‘‘

Hört sich erst einmal an, als würden wir hier einen freundlichen, alltäglichen Dialog mitbekommen. Handelt es sich hierbei jedoch wirklich um Aussagen, die von dem Gegenüber beziehungsweise Empfänger als nett empfunden werden?

Blacklivematter Demo
2020 protestierten tausende Menschen weltweit gegen Rassismus.

Auf den zweiten Blick wird schnell klar, dass das nicht der Fall ist. Bei der gegenüberstehenden Person handelt es sich vermutlich um jemanden mit Migrationshintergrund. Ob Der- oder Diejenige jedoch kein Deutscher ist beziehungsweise sich mit der deutschen Kultur nicht identifizieren kann, erfährt man hier nicht. Und trotzdem muss sich diese Person solche Kommentare anhören.

Diese genannte Situation wird als das Erfahren von Mikroaggressionen bezeichnet, bei dem die Verursacher sich häufig keiner falschen Verhaltensweise bewusst sind.

Die Betroffenen fühlen sich auf unterschiedliche Art und Weisen diskriminiert – und das ist verständlich, denn Mikroaggressionen werden häufig mehrmals täglich geäußert. Und bezüglich dieses Aspektes ist es egal, ob die Intention am Ende des Tages eine gute, oder eine schlechte war – Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, tut das erstmal weh. Jemand, der sich dann dazu äußert mit der Aussage ,,Das war ausversehen‘‘ mag vielleicht sympathisch rüberkommen, aber das ändert nichts an dem Schmerz, den du deswegen verspürst.

Jemandem auf die Füße zu treten, ist nicht nett, auch wenn es ein Versehen ist!

Außerdem könnte man argumentieren, dass das ,,auf den Fuß treten‘‘ grundsätzlich gar nicht so schmerzhaft ist. Es ist etwas, was mal passiert, und scheinbar unvermeidbar ist. Das Problem liegt viel mehr in der Wiederholung: Stellen wir uns mal vor, jeden Tag würden uns zehn Leute auf den Fuß treten. Jedes Mal kann unterschiedlichen Schmerz verursachen, manchmal mehr, und manchmal weniger. Jedoch ist ein Aspekt klar: Am Abend wird unser Fuß weh tun.

Genauso ist das mit dem Wohlbefinden der Menschen, da sie sich durch die vielen, wiederholten Kommentare nicht willkommen in dem Land fühlen, in dem sie leben. Sie werden von anderen Menschen differenziert oder sogar ausgeschlossen, obwohl sie sich eigentlich schon längst mit der Kultur des Landes identifizieren können.

In anderen Worten bedeutet das, dass man sich aufgrund von diesen Mikroaggressionen fühlt, als sei man kein anerkannter Teil unserer Gesellschaft.

Mit diesem Einblick in die Sicht der Betroffenen können wir uns vielleicht besser vorstellen, warum die einzelnen Mikroaggressionen in der Summe so verletzend sein können. Nun stellt sich die Frage: Wie können wir Mikroaggressionen umgehen und unser Umfeld sich weniger diskriminiert fühlen lassen?

Die Antwort darauf ist eigentlich trivial: Wir müssen unsere eigenen Taten und Aussagen in Frage stellen, Empathie ausstrahlen und, nicht zu Letzt, vermeiden, anderen Menschen auf die Füße zu treten.

Beispielsweise sollten wir nächstes Mal, wenn wir jemanden begegnen der erscheint, als würde er nicht aus der Gegend kommen, die Frage ,,Woher kommst du denn eigentlich?‘‘ zunächst einmal umgehen. Es ist zwar kein Tabu, jedoch sollte man sich viel eher die Frage stellen, ob die Herkunft in dem Gespräch überhaupt relevant ist, und ob es sich hierbei vielleicht um eine Mikroaggression handeln könnte.

Solidaritätsfaust
Wir müssen rassistische Strukturen auch in unserem Alltag aufdecken.

Euch interessiert diese Thematik?
Am 26.03.2021 um 18:30 Uhr werden wir, die youngcaritas Münster, einen spannenden Filmeabend veranstalten, an dem wir verschiedene Kurzfilme zeigen, die Diskriminierung und Rassismus thematisieren. Außerdem werden wir Hintergrundinformationen und im Anschluss Zeit für einen spannenden Dikurs geben.
Falls ihr also Lust habt, dabei zu sein, meldet euch gerne bei nina.ilenna@icloud.com an, wir schicken euch dann den Link.

Und hier noch ein Video für die von euch, die noch mehr über Mikroagressionen erfahren wollen.:

How microaggressions are like mosquito bites • Same Difference – YouTube

Nina Müller
Engagierte bei der youngcaritas Münster

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